Transponieren von Liedern

Unter Transposition versteht man das einheitliche Verändern der Tonlage einer Musikpassage. Ein häufiger Grund dafür ist, dass das Stück in einer zu hohen/niedrigen Tonlage geschrieben wurde und deswegen nur schwer singbar ist. Um ein Musiklied zu transponieren muss man nur einer simplen Anleitung folgen. Grundvoraussetzung ist allerdings ein Basisverständnis von Tonleitern und dem Quintenzirkel.

Bei folgender Anleitung zum Transponieren von Musikpassagen ist es wichtig, dass die Reihenfolge genau beachtet wird:

  1. Das Intervall bestimmen, um welches das Stück versetzt werden soll.
  2. Die gesamte Melodie um das bestimmte Intervall herunter-/heraufsetzen.
  3. Die neue Tonart bestimmen.
  4. Die eventuell benötigten Vorzeichen einsetzen.
  5. Die Begleitakkorde übersetzen.

1. Das Intervall bestimmen

Grundsätzlich kann ein Stück um jedes beliebige Intervall versetzt werden. Handelt es sich allerdings um ein Lied ist es sinnvoll es so zu verändern, dass man es singen kann. Das heißt, dass man darauf achtet, dass der Tonumfang des gesamten Stückes sich in einem Rahmen bewegt, der weder zu hoch, noch zu niedrig ist. Jede/r Einzelne/r hat zwar einen individuellen Ambitus, doch grundsätzlich kann man sagen, dass beispielsweise die meisten Kinder gut zwischen dem h und dem d2 singen können.

Beispiel: Der Tonumfang eines Kinderlieds reicht vom g bis zum a2. Man könnte es nun beispielsweise um eine Terz erhöhen, sodass der Ambitus nun vom h bis zum c2 ist.

Ausgangsstück

2. Die gesamte Melodie um das Intervall herunter-/heraufsetzen

Nun muss jeder Ton der Melodie um exakt eine Terz erhöht werden. Notenwerte bleiben unverändert. Das bedeutet, dass beispielsweise der ersten Ton, ein g1 als Viertel zu einem h1 als Viertel übersetzt werden muss.

Melodie erhöht

3. Die neue Tonart bestimmen

Um die neue Tonart zu bestimmen betrachtet man als erstes das Ausgangsstück. Es hatte keine Vorzeichen und endete auf einem c. Somit ist es in C-Dur geschrieben. Nun schauen wir in unserer Transposition auf den letzten Ton. In diesem Fall ist es nun ein e, es handelt sich also um E-Dur.

4. Eventuelle Vorzeichen einsetzen

Je nachdem in welcher Tonart unsere Transposition nun steht müssen Vorzeichen eingesetzt werden. Mithilfe des Quintenzirkels kann auf einen Blick festgestellt werden, welche Vorzeichen benötigt werden. In unserem Fall suchen wir E-Dur auf dem Quintenzirkel und sehen so, dass wir vier Kreuzvorzeichen (fis, cis, gis und dis) brauchen. Diese werden ganz am Anfang der Notenzeile noch vor dem Ton aufgeschrieben. Somit gelten sie für die gesamte Zeile.

Vorzeichen

5. Die Begleitakkorde übersetzen

Gleich der Melodie müssen auch die Begleitakkorde um dasselbe Intervall verändert werden. In diesem Beispiel müssen sie also um eine Terz erhöht werden. Somit wird aus dem G ein H, dem F ein A und dem C ein E. Wichtig ist noch, dass die Begleitakkorde auch den Vorzeichen entsprechen müssen, das heißt, dass wenn beispielsweise ein neuer Begleitakkord ein F wäre, es ein ein Fis werden müsste.

Begleitakkorde

Konkretes Beispiel zum Transponieren eines Stückes auf verschiedene Art und Weisen: