Klavier

Cristoforis Stoßmechanik

Das Klavier hat seinen Namen von dem lateinischen Wort „clavis“ bekommen, was im weiten Sinne Taste bedeutet.
Im 17. Jahrhundert wurde sehr viel ausprobiert und experimentiert. Denn man wollte ein Tasteninstrument erfinden, das zum Unterschied zum Cembalo auch eine dynamische Spielweise (laut und leise) erlaubt. Schließlich gelang es Bartolomeo Cristofori, ein Cembalobauer in Florenz, Ende des 17. Jahrhundert genau so ein Instrument zu bauen. Das Pianoforte.
Die Mechanik Cristoforis Pianos waren bereits erstaunlich fein ausgearbeitet.
Trotz dessen, war das Fortepiano zu dieser Zeit nicht besonders beliebt. Denn es war viel aufwendiger zu bauen, als das bereits bekannte Cembalo
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte das Fortepiano großen Aufschwung.

Klangerzeugung:

Durch das Drücken der Tasten, schlägt ein ein Hämmerchen gegen eine Saite, die dadurch zum Klingen gebracht wird. Dieses simple Prinzip funktioniert bei allen Pianos gleich, es gibt allerdings Unterschiede in der Umsetzung, der sogenannten Klaviermechanik.

Blick auf die Saiten eines Flügels

Es entstanden Flügel und Pianofortes, kurz Pianos.
Flügel und Pianos haben alle wesentlichen Bauteile gemeinsam:

  • das Gehäuse (den Korpus) mit Balkenkonstruktion, Verstrebungen und Rasten aus Holz
  • den darauf geleimten Resonanzboden aus Holz
  • den Stimmstock aus Holz
  • die auf den Stimmstock geschraubte gusseiserne Platte mit eingeschraubten Wirbeln aus Metall, an denen die Saitenenden aufgewickelt sind
  • Saiten aus Gussstahldraht (für die tiefsten Töne je eine mit Kupferdraht umsponnene dickere Saite, für einen Übergangsbereich je zwei mit Kupferdraht umsponnene dünnere Saiten, für die übrigen Töne je drei Blanksaiten)
  • die Klaviermechanik, bestehend aus einem diffizilen Spielwerk von Tasten, Federn, Zungen, Stößeln, Dämpfern und Hämmern, die beim Tastendruck die Saiten anschlagen und damit den Klang erzeugen
  • die dazugehörige Klaviatur von regulär 88 Tasten
  • zwei bis drei Pedale
moderner Konzertflügel

Die Klaviatur:

Die Klaviatur der meisten Flügel, Pianinos  besteht aus 88 Tasten, davon 52 „weiße Tasten“ und 36 „schwarze Tasten“, die über die weißen Tasten hinausragen, verhältnismäßig schmal sind und zusätzlich abgeschrägte Seitenflächen haben.

Eine Oktave

Im Klavierbau besteht eine Oktave aus sieben weißen und fünf schwarzen Tasten. Links liegen die tiefsten Töne, rechts die höchsten.Die sieben weißen Tasten heißen c, d, e, f, g, a und h, die fünf schwarzen Tasten je nach musikalischem Zusammenhang cis, dis, fis, gis und ais (Erhöhungen der Stammtöne) oder des, es, ges, as und b (Erniedrigungen der Stammtöne).

Die Entwicklung der elektrischen Tasteninstrumente:

Eine charakteristische Entwicklung des 20. Jahrhunderts sind die elektronischen Tasteninstrumente. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde, kaum nach Entdecken der Elektrizität, mit deren neuen Möglichkeiten experimentiert. Aus ihnen entwickelte sich zum Beispiel das Keybord.

Modernes Digitalpiano von Yamaha

Eine ganz andere Entwicklungslinie, welche in den 1980er-Jahren beginnt, steht hinter den Digitalpianos. Im Gegensatz zu früheren Neuentwicklungen in der Geschichte des Klaviers, ist das Ziel nicht die Verbesserung des Bestehenden oder die Erschaffung von etwas Neuem, sondern im Gegenteil die Absicht, das „Original“ möglichst genau zu imitieren. Die entscheidenden Elemente sind dabei der Klang und das Spielgefühl (Klaviatur und Mechanik). Heute wird der Klang eines Tones nicht synthetisiert, sondern unter verschiedenen Bedingungen (Anschlagstärke, Pedalgebung, Resonanzen in Abhängigkeit von bereits zuvor niedergedrückten Tasten) mit hochwertigen Mikrophonen aufgenommen, digitalisiert und gespeichert (englisch: „Sampling“) und dann durch das digitale Instrument entsprechend der Betätigung der Tasten wiedergegeben.

Um das Spielgefühl möglichst genau zu imitieren wurden eigene Mechaniken für Digitalpianos entwickelt. Teilweise werden sogar Klaviermechaniken von mechanisch-akustischen Instrumenten eingebaut, deren Bewegung mit Sensoren erfasst wird. Man spricht in diesem Falle von Hybridpianos.

Klaviermusik

Das Klavier ist praktisch in allen Musikstilen zuhause. Es gibt wunderschöne klassische Klaviersonaten, vor allem die Bach Söhne,  Mozart und Beethoven schrieben Solostücke für das Klavier. Eine ganz berühmte Sonate ist die „Pathetique“ von Beethoven.
In der Klassik ist das Klavier ganz stark vertreten.
Aber auch beispielsweise aus dem Jazz wäre das Klavier nicht wegzudenken. Die eigene Bezeichnung „Jazz Piano“ steht für die Rolle die das Klavier im Jazz einnimmt. Hierfür haben sich sogar eigenen Spieltechnicken. An renommierten Universitäten, wie dem Konservatorium Wien, ist Jazz- Klavier eine eigene Studienrichtung. Hörbeispiel: „The Grave“ von Jelly Roll Morton.
Auch im Pop und Rock spielt das Piano oder das Keyboard eine tragende Rolle. In vielen Pop- Balladen wird das Klavier als Soloinstrument eingesetzt, zum Beispiel in Adeles „Somone like you“.
Auch die legendären Rockband Queen verwendete das Klavier für markante Melodien und machten es zu einem ihrer wichtigsten Instrumente. „Bohemian Rhapsody“
Ebenso die Band, die die heutige Musikgeschichte geprägt hat, die Beatles haben das Klavier häufig eingesetzt.

Queen

Auch im Blues, Soul, Boogie… spielt das Klavier eine Rolle.
Außerdem wird es in der Amateurmusik gerne als Begleitinstrument eingesetzt.

 

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