Blechbläser

Blechblasinstrumente

Blechblasinstrumente haben eine Jahrhunderte, ja sogar jahrtausendlange Tradition. Die ersten Blechblasinstrumente stammen aus dem Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamun, das 1323 v. Chr. entdeckt wurde. Diese trompetenartigen Instrumente dienten wahrscheinlich militärischen oder reprensentativen Zwecken, wie Bildüberlieferungen erahnen lassen.
Auch in der römischen Kultur existierten einige Blechblasinstrumente.
Nach und nach wollte man es ermöglichen mit einem Blechblasinstrument mehrere Töne spielen zu können, so entwickelte sich erst ein ausziehbares Mundrohr, das den „Vorläufer“ der Posaune darstellt.
Nachdem sich im 18. Jahrhundert schließlich die Ventile entwickelte, erhielten die Blechblasinstrumente in der Musik einen ganz anderen Stellenwert. Das umgangssprachliche  „Posthorn“ wurde schließlich zum beliebten Soloinstrument in Werken von bedeutenden Komponisten wie etwa Verdi, Richard Wagner, etc…
Blechbläser werden heute vor allem für die Blasmusik verwendet, etwa in Blasmusikkapellen oder auch in Militärkapellen. In Österreich hat beinahe jede Gemeinde eine oder mehrere eigene Blasmusikkapellen, traditonellerweise Volksmusik, Märsche etc. spielen, allerdings werden immer häufiger Popsongs für Blasmusikkapellen arrangiert. Die Blasmusik hat vor allem in ländlichen Gegenden einen hohen Stellenwert. Vereinzelte Blechblasinstrumente wie etwa die Trompete sind im Jazz sehr beliebt, werden aber auch im Pop und Rock immer wieder für Zwischenspiele eingesetzt.
Entgegen der allgemeinen Überzeugung, dass Blechbläser nur für Märsche taugen möchte ich festhalten, dass Blechbläser in der Musik sehr vielfältig zum Einsatz kommen können.

Die Instrumente

Die Tuba: das tiefste Blechblasinstrument, weite Mensur
Kompositonen:

  • Paul Hindemith:Sonate für Basstuba und Klavier (1955)
  • Joseph Horovitz: Concerto for Tuba and Brass Band
  • Bertold Hummel: Sonatine für Basstuba und Klavier op 81a (1983)

 

File:Posaune.jpg
Die Posaune

Die Posaune: sehr enge Mensur, zählt zu Trompeteninstrumenten, verschiedene Ausführungen je nach Stimmlage,
im 20. neu als Soloinstrument in der Kammermusik entdeckt
Kompositionen:

  • Stjepan Suleks: Vox Gabriel
  • Jean Michael Defaye: Deux Danses

Die Posaune ist außerdem nicht aus dem Jazz, Swing und Salsa nicht wegzudenken.

 

Die Trompete: hohes Blasinstrument, relativ enge Mensur, im Barock bildeten sie heroische, göttliche Harmonien (Bach: Magnificat)
Jazz: neben dem Saxophon das wichtigste Jazzinstrument, Melodieinstrument in der BigBand

Die Trompete

Pop: vor allem im Soul und Funk im Einsatz mit Saxophon und Posaune ( Blood, Sweat & Tears, Chicago…)

Das Waldhorn: enge, konische Mensur, Fixplatz im Orchester
Kammermusik:

  • Blechbläserquintett: Trompete 1 + 2, Horn, Posaune (1), Tuba (Posaune 2)
  • Holzbläserquintett: Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott
  • Hornensemble: drei bis sechzehn Hörner
  • Holzbläseroktett: 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Fagotte

Orchester: im Barock für Signalrufe eingesetzt, in der Romantik dann klangfüllende Funktion

  • Sinfonie Nr. 4 „Romantische“ von Anton Bruckner; das Horn übernimmt die Einleitung in die Symphonie und stellt die Jagdszenen im dritten Satz dar.

    Das Waldhorn
  • Sinfonie aus der neuen Welt von Antonín Dvořák; Im vierten Satz erscheint fast gleich zu Beginn das erste Thema gespielt vom Horn.
  • Sinfonie Nr. 5 von Peter Tschaikowsky, 2. Satz. Nach der Einleitung der Streicher übernimmt das Horn das Hauptthema des Satzes.

Die Bügelhörner: auch Saxhörner genannt

  • das Flügelhorn in B oder C
  • das Althorn in F oder Es
  • das Tenorhorn in C oder B
  • das Baritonhorn in B
  • das Euphonium in B