Der menschliche Körper

Jeder Mensch ist im Besitz eines vielfältigen Musikinstruments: nämlich sein eigener Körper. Neben der Möglichkeit in verschiedenen Rhythmen zB zu klatschen, stampfen oder summen (Bodypercussion) bietet die menschliche Stimme eine Vielzahl an Möglichkeiten zu musizieren.

Die menschliche Stimme ist der durch Zwerchfell, Lunge, Stimmlippen und Vokaltrakt eines Menschen erzeugte und in den Mund-, Rachen- und Nasenhöhlen modulierte Schall, wobei der eigene Körper als Resonanzkörper dient. Oft verbunden mit Sprache werden dadurch Töne, Klänge und Melodien erzeugt. Die größe des Kehlkopfes bzw die Länge der Stimmbänder spielen für die Tonhöhe der Stimme eine erhebliche Rolle. Je größer der Kehlkopf und je länger die Stimmbänder, umso tiefer ist die Stimme. Aufgrund dessen erreichen Männer gewöhnlich tieferere und Frauen bzw Kinder eine höhere Tonlage.

Die 3 wesentlichen Pfeiler des Musikinstruments Mensch sind Stimme, Körperhaltung und Atmung.

  • Die Kinderstimme ist hoch, hell, kopfig, natürlich und nicht laut. Sie reicht im allgemeinen von e1 bis f2, wobei durch Training die obere Grenze überschritten werden kann. Bei Übungen sollte Fokus auf Artikulation und Lagen/Vokalausgleich gelegt werden. Die Vokale u, o, ü, ö und e (mit Kombination eines Konsonanten zB m) sind für das Vorsingen sehr geeignet. Das Simulieren einer Achterbahn durch die Stimme (Hoch und Tieflagen) ist zB eine Übung für den Lagenausgleich.
  • Ebenfalls wichtig für die Stimmerzeugung ist die Körperhaltung. Hier sei ein aufgerichteter Oberkörper zu beachten. Hochgezogene Schultern, durchgestreckte Beine und eine starre bzw verkrampfte Haltung sind hemmend. Simulation wie eine Baum oder Pflanzenmedition sind hierfür gut geeignete Übungen.
  • Der letzte Pfeiler ist ebenso ein sehr wichtiger Aspekt: die richtige Atmung. Wichtig hierbei ist das Übergehen von der bei Kindern oft eingesetzte Brustatmung zur Bauchatmung (Klicke hier, um mehr zu erfahren). Außerdem ist zu beachten, dass das Lugenvolumen der Kinder noch recht klein ist und daher kürzere Singeinheiten zu empfehlen sind. Beim Üben sind vorallem die Explosivlaute (p,t,k) und Strömungslaute (f, s, sch) von großer Bedeutung.
  • Es geht außerdem noch die Möglichkeit alle 3 Pfeiler in einer fantasievollen warm-up Geschichte einzubauen, wobei zu beachten ist, dass man hier einem definierten Ziel nachgehen soll. Was möchte ich durch diese Übung erreichen? Was ist mein Schwerpunkt?

 

 

Weitere Links zum Vertiefen:

http://www.kinderstimmbildung.de/funktionundpflege.pdf

www.muellerklusman.ch/app/download/4450965564/Einsingen.pdf